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Bestes Konzertprogramm des DMV für das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg

Laudatio von Winfried Jacobs (Deutscher Musikverlegerverband) zur Verleihung des Preises für das beste Konzertprogramm an das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg im Konzerthaus Freiburg am 9.5.2014

Sehr geehrter Herr Roth, sehr geehrter Herr Oechsler,

meine sehr geehrten Damen und Herren des SWR Sinfonieorchesters,

sehr geehrtes Publikum,

 

Ich freue mich, heute Abend zusammen mit meinem Verbandskollegen, Herrn Stefan Conradi, den Preis für das Beste Konzertprogramm der Spielzeit 2013/2014 dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg überreichen zu dürfen.

Wie alljährlich, und nun bereits zum 22. Mal, zeichnet der Deutsche Musikverleger-verband mit diesem Preis das Saisonprogramm eines Orchesters aus, das vom Bekenntnis zur musikalischen Moderne geprägt ist und sich durch Kreativität und Mut in der Spielplangestaltung auszeichnet.

 

Das außerordentliche Engagement für die zeitgenössische Orchestermusik, der hohe Anteil an Werke der Sinfonik des 20. Jahrhunderts und das Werben um die Generation der Konzertbesucher von morgen sind Eckpfeiler einer Orchesterarbeit, die hier in Baden-Baden und Freiburg beispielhaft praktiziert wird, und die deshalb, im Vergleich mit den Konzertprogrammen anderer deutscher Orchester, von der Jury des Verbandes als die am überzeugendste bewertet wurde.

Für diese herausragende Leistung zeichnet der Deutsche Musikverleger-Verband das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg mit dem Preis für das Beste Konzertprogramm der Spielzeit 2013/2014 aus.

 

Die Auszeichnung, die wir gleich in Form einer Urkunde dem Orchester überreichen werden, ist im Gegensatz zu den Preisen, die im Konzertbereich für künstlerische Leistungen vergeben werden, eine Auszeichnung, die ihren Blick ausschließlich auf die konzeptionellen und programmatischen Qualitäten der Programmgestaltung richtet.

Denn die aus Musikverlegern bestehende Jury unseres Verbandes weiß aus ihrer alltäglichen Arbeit mit Orchestern genau, wie sehr die zeitgenössische Musik und die weniger aufgeführte Musik des 20. Jahrhunderts auf die Bereitschaft der Dirigenten und Interpreten angewiesen ist, in den Konzertprogrammen stärker berücksichtigt zu werden.

Viele Orchesterwerke, die uns heutzutage regelmäßig in den Konzertprogrammen begegnen und Teil des Repertoires geworden sind, hätten ihren Weg zu einem breiteren Publikum nie gefunden, wenn es nicht Dirigenten und Orchester gegeben hätte, die sich für sie eingesetzt, und – oft gegen Widerstände – aufs Programm gesetzt hätten.

 

Genau dieser besonderen Aufgabe, neue Orchesterwerke uraufzuführen und sinfonische Werke der Moderne des 20. Jahrhunderts dem Publikum vorzustellen, hat sich das SWR-Sinfonieorchester verschrieben. Es hat sich, wie kein anderes Rundfunkorchester in Deutschland, den Ruf erworben, Sachwalter und Förderer einer Musik zu sein, die im alltäglichen Konzertangebot deutlich weniger zu finden ist, und die bei vielen Veranstaltern als für das Publikum zu schwierig eingestuft wird.

Dass es anders sein kann, dass komplexe, auf neue Hörerfahrungen zielende Musik zwar herausfordernd, aber ebenso spannend und inspirierend sein kann wie die Musik des klassisch/ romantischen Repertoires, zeigt der Konzertspielplan des SWR-Orchesters.

Mehr als zwei Drittel aller Orchesterkonzerte dieser Spielzeit sind der Avantgarde des 20. Jahrhunderts und der Musik der Gegenwart gewidmet. Neben einer Reihe von Schlüsselwerken der Sinfonik des frühen 20. Jahrhunderts, so der 6. Sinfonie von Gustav Mahler, den Images von Debussy und dem Sacre von Strawinsky, ist die Moderne dieses Jahrhunderts mit stilbildenden Orchesterwerken u.a. von Schönberg, Prokofjew, Britten, Ravel, Martinu, Bartok und Ligeti repräsentativ vertreten.

 

Neben dem Bekenntnis zur Moderne des vergangenen Jahrhunderts stellt die Wiedergabe von Werken zeitgenössischer Komponisten einen weiteren programmatischen Schwerpunkt des SWR-Orchester-Spielplans dar. In fünf Konzerten, die ausschließlich der Gegenwartsmusik gewidmet sind, werden Kompositionen in Form von Uraufführungen und Wiederaufführungen, wie das Stück „limited approximations“ von Georg Friedrich Haas, vorgestellt. Zwei Konzerte, die sich in Form eines Porträts dem Komponisten Karlheinz Stockhausen und einem Hauptwerk Luigi Nonos, dem Prometeo, widmen, runden das vielfältige Angebot des SWR-Orchesters an zeitgenössischer Musik ab.

Mit seinen Beiträgen zu den Donaueschinger Musiktagen hat es sich zudem regelmäßig als Uraufführungsorchester profiliert. Ein wichtiger Aspekt der Programmpolitik des SWR-Orchesters ist es aber immer gewesen, uraufgeführte Werke in die weitere Konzertplanung zu übernehmen, um auf diese Weise deren nachhaltigere Wahrnehmung im Bewusstsein des Musikbetriebs zu fördern. Ein äußerst löbliches Beispiel, das zeigt, dass die Wiedergabe Neuer Musik sich nicht nur auf Events in Form von Uraufführungen beschränken sollte. Denn erst im Kontinuum von Aufführung, Wahrnehmung und Nachfrage kann zeitgenössische Musik im klassischen Musikbetrieb die Bedeutung erlangen, die sie braucht, um, unabhängig von Förderstrukturen, den Platz einzunehmen, der ihr zustehen sollte.

 

Deshalb, meine Damen und Herren, hat sich das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg immer auch dafür verantwortlich gefühlt, ein von ihm uraufgeführtes Werk nicht lediglich nur abzuliefern, sondern es zu begleiten und durch Wiederaufführungen im In- und Ausland wahrnehmbar und bekannt zu machen – und dies oft in enger Zusammenarbeit mit den Komponisten selbst, die den Prozess, von den Proben ihrer Werke bis zu den Aufführungen, beratend begleitet haben. Über die Jahre haben sich daraus zwischen Komponisten und Orchester fruchtbare Kontakte entwickelt, von denen auch Komponisten profitiert haben, deren Bedeutung für die zeitgenössische Musik mittlerweile unbestritten ist, darunter Persönlichkeiten wie Helmut Lachenmann, Marc André, Peter Eötvös, Bernhard Lang und Georg Friedrich Haas.

 

Mit der Entscheidung, den Preis für das Beste Konzertprogramm an das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg zu vergeben, hat sich die Jury unseres Verbandes zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder dafür ausgesprochen, ein Rundfunkorchester auszuzeichnen. Dass wir Rundfunkorchester bei der Preisvergabe in den zurückliegenden Jahren nicht berücksichtigt haben, hatte keinesfalls mit der mangelnden Qualität ihrer Konzertprogramme zu tun. Vielmehr sind wir davon ausgegangen, dass es für ein gebührenfinanziertes Rundfunk-orchester selbstverständlich sein müsse, neuere und zeitgenössische Musik öfter in den Spielplan aufzunehmen – ganz im Gegensatz zur Situation der Staats- und Städtischen Orchester, deren Rahmenbedingungen wesentlich schwieriger sind, um in der Lage zu sein, ehrgeizige Konzertprogramme stemmen zu können.

 

Denn für Jahrzehnte seit der Gründung der ARD galt als selbstverständlicher Teil des Kulturauftrags der öffentlich-rechtlichen Sender, dass die Musik der Gegenwart der besonderen Förderung durch die Sender und deren Orchester bedürfe.

 

Vieles hat sich seitdem verändert. Sendungen mit Musik der jungen und alten Avantgarde sind mehr und mehr an die Peripherie der Sendeplätze gerückt, und die Finanzspielräume der Redaktionen, neue oder geschützte Musik für den Rundfunk produzieren zu können, sind weiter eingeengt worden. Zeitgenössische oder geschützte Oper des 20. Jahrhunderts ist aus Kostengründen nur noch in Ausnahmefällen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu bestaunen, und da passt es ins Bild, dass man BR-Klassik ins Internet entsorgen und die beiden SWR-Rundfunkorchester zum Super-Orchester fusionieren will – über alle gewachsenen Hörer-Strukturen und Orchester-Identitäten hinweg und gegen den Widerstand vieler gebührenzahlender Anhänger von BR-Klassik und der betroffenen Orchester.

 

Was das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg betrifft, meine Damen und Herren, so wäre der Verlust dieses Klangkörpers im Falle einer Fusion immens. In den vielen Jahren seines Bestehens, hat es wesentlich dazu beigetragen,

neue Musik, aber auch viele Werke der Avantgarde des 20. Jahrhunderts wahrnehmbar zu machen und viele Hörer dafür begeistern können, sich neuen, ungewohnten Klangerfahrungen zu öffnen. Wichtige Impulse zum besseren Verstehen von neuer Musik sind von diesem Orchester ausgegangen, und in der Programmatik, Werke aus Klassik, Moderne und Gegenwartsmusik gegenüber-zustellen, ist es dem SWR Sinfonieorchester immer wieder gelungen, nicht das Museale der Musik, sondern die Aktualität im Spannungsverhältnis von Alt und Neu klingend erfahrbar zu machen.

Beides, die Einzigartigkeit des Konzertprogramms und die Bedeutung, die dieses Orchester für die Musikkultur insgesamt hat, haben die Jury des Deutschen Musikverlegerverbandes veranlasst, dem SWR Sinfonieorchester diesen Preis zu verleihen – auch als ein Zeichen der Solidarität mit diesem Orchester, das in dieser Zeit großer Unsicherheit viel Zuspruch und jede nur denkbare Unterstützung benötigt.

 

Es wäre verheerend, wenn Identität, Klangkultur und Jahrzehnte lange Erfahrung mit neuer Musik mit der Auflösung dieses einzigartigen Klangkörpers ausgelöscht würden. Der Schaden für die neue Musik und für die Vielfalt des SWR-Musik-angebots wäre unübersehbar.

Wünschen wir dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, dass sich Vernunft und Augenmaß in der Orchesterpolitik des SWR durchsetzen, und wünschen wir den Musikerinnen und Musikern dieses wunderbaren Orchesters, dass sie noch viele Jahre in dieser Formation für uns auftreten können – zum Nutzen der Musik und zu unserer aller Bereicherung und Freude.

 

Winfried Jacobs, am 9. Mai 2014 im Konzerthaus Freiburg

16.5.14 09:35


VPRT-Rechtsgutachten: Geplante UKW-Aufschaltung des Jugendprogramms BR Puls verstößt gegen Rundfunks

VPRT-Rechtsgutachten: Geplante UKW-Aufschaltung des Jugendprogramms BR Puls verstößt gegen Rundfunkstaatsvertrag und ist verfassungswidrig

 

http://www.vprt.de/Gutachten-BR-Klassik

6. Mai 2014

Verband widerspricht Argument des Generationenabrisses in den Radioprogrammen des Bayerischen Rundfunks

Berlin, 6. Mai 2014 Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) hat in der Diskussion über die Planungen des Bayerischen Rundfunks, zukünftig sein bislang nur digital ausgestrahltes Jugendradio BR PULS über UKW im Zuge eines Frequenztausches mit BR-KLASSIK zu verbreiten, ein Rechtsgutachten vorgelegt, nach dem sowohl ein Frequenz- als auch ein Programmwechsel gegen den Rundfunkstaatsvertrag verstößt und zudem verfassungswidrig ist. Zu diesem Ergebnis kommt der Gutachter Prof. Dr. Christoph Degenhart von der Universität Leipzig.

Prof. Dr. Degenhart stützt sein Ergebnis u. a. auf § 19 Rundfunkstaatsvertrag, nach dem die analoge Verbreitung eines bisher ausschließlich digital verbreiteten Programmes unzulässig ist. Diese Bestimmung habe Vorrang vor den anderslautenden Regelungen des Bayerischen Rundfunkgesetzes. Zudem verstoße die geplante Verbreitung von BR PULS gegen den Grundversorgungsauftrag des Bayerischen Rundfunks, der insbesondere auch einen kulturellen Auftrag mit Verfassungsrang beinhaltet. Diesem könne der Bayerische Rundfunk mit einer lediglich digitalen DAB+-Verbreitung von BR-KLASSIK anstelle einer flächendeckenden UKW-Verbreitung nicht nachkommen. Aktuell wird Radio bundesweit von 94 Prozent der Haushalte über UKW empfangen und nur von 4,8 Prozent digital (auch) über DAB+. Eine flächendeckende Ausstattung der Haushalte mit DAB+ sei auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. Der Bayerische Rundfunk hatte bei den von ihm verwendeten Reichweitenzahlen und Prognosen von DAB+ bislang stets mit Zahlen zur technischen Empfangbarkeit von DAB+ in Haushalten argumentiert, aber nicht auf die tatsächliche Nutzung abgestellt.

Klaus Schunk, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des VPRT und Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste, sagte: „Die Ergebnisse des Gutachtens sind deutlich. Wir appellieren an die Rundfunkräte des Bayerischen Rundfunks, bei ihren weiteren Beratungen diese Wertungen zu berücksichtigen. Neben den rechtlichen bleiben unverändert auch unsere wettbewerbspolitischen Befürchtungen bestehen: Ein über UKW verbreitetes BR-Jugendprogramm würde, auch wenn es werbefrei wäre, durch die entsprechenden Reichweitenverluste einige private bayerische Lokalradios sowie den Wettbewerb im gesamten bayerischen Radiomarkt erheblich zu Lasten der Privaten beeinträchtigen.“

Mit Blick auf den Rundfunkrat und die bisherige öffentliche Diskussion wies Klaus Schunk auch noch einmal auf den vom BR als Begründung für den geplanten Frequenztausch angeführten angeblichen „Generationenabriss“ in seinen Radioprogrammen hin. Der Bayerische Rundfunk erreiche in jeder Altersstufe, auch bei den 10- bis 19-Jährigen und den 20- bis 29-Jährigen Hörern in der Gesamtheit seiner Radioangebote mehr als 30 Prozent der bayerischen Hörer. Schunk: „Die Argumentation des Bayerischen Rundfunks vermittelt einen anderen Eindruck. Es gibt für den Bayerischen Rundfunk aber keinen Anspruch auf eine uneingeschränkte Marktführerschaft in allen Altersklassen. Hörermarktanteile von über 30 Prozent sind jedoch sicherlich kein ‚Generationenabriss‘, der die jetzt geplanten wettbewerblich und rechtlich höchst fragwürdigenden Schritte rechtfertigen könnte. Wenn der Bayerische Rundfunk diesen schon jetzt starken Anteil junger Hörer weiter ausbauen will, bieten die dafür zur Verfügung stehenden Programme, insbesondere Bayern 3, hinreichende Möglichkeiten.“

Für Rückfragen:
Pressesprecher Hartmut Schultz, Hartmut Schultz Kommunikation GmbH
T | +49 30 3 98 80-101, E | schultz@schultz-kommunikation.de

Über den VPRT:
Der VPRT ist die Interessenvertretung der privaten Rundfunk- und Telemedienunternehmen. Mit ihren TV-, Radio-, Online- und Mobileangeboten bereichern seine rund 140 Mitglieder Deutschlands Medienlandschaft durch Vielfalt, Kreativität und Innovation. Damit das auch in der digitalen Welt so bleibt, müssen die regulatorischen, technologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Als Wirtschaftsverband unterstützen wir unsere Unternehmen im Dialog mit Politik und Marktpartnern beim Erreichen dieses Ziels – national und auf EU-Ebene.

Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V.
Stromstraße 1, 10555 Berlin
9-13 Rue Joseph II, B-1000 Bruxelles – Büro Brüssel
T | +49 30 3 98 80-0, F | +49 30 3 98 80-148
E | info@vprt.de  
www.vprt.de

16.5.14 09:36


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